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Being touched - Heilsame Berührungen

 

Liebe Alle,

 

beim Yoga und in der Meditation geht es ja im Kern darum, einen Mindset zu erschaffen, ein Energiefeld zu kreieren, das uns hält, trägt und uns in Verbindung zu uns selbst bringt. Diese Verbindung zu uns selbst ist fundemental wichtig, um dauerhaft gesund, glücklich und friedvoll mit dir und der Welt zu sein. Viele von uns haben total vergessen, wie es ist, sich selbst zu spüren, haben verlernt, mit sich selbst zu sein. Auch auf der Yogamatte kann man prima im Außen fokussiert sein. Viel Yoga zu üben bedeutet nicht unbedingt, im Kontext von echter Spiritualität zu leben oder achtsam zu sein. Im Gegenteil - ich habe immer mehr das Gefühl, dass der Yoga zu einer Bühne, zu einem Zirkus gemacht wird, um sich selbst nach außen zu bringen mit all dem, was man NICHT ist, was man NICHT hat, was man vielleicht gerne sein möchte.

 

Achtsamkeit? Na klar, wir sind alle superachtsam. Gehen täglich auf die Matte, ernähren uns vegan, sorgen für unser Wohlbefinden, hängen uns Malas um den Hals... und dann? Dann stehen wir telefonierend beim Bäcker und würdigen die Verkäuferin keines Blickes, während sie uns bedient. Knallen dem Menschen, der hinter uns in ein einen Laden geht, die Tür auf die Nase, zerren unserem Kind den Pulli über den Kopf, weil es nicht schnell genug geht.

 

Schluss damit! Lasst uns schauen, worum es wirklich geht.

 

Ich habe in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, dass Berührung während des Praktizierens oder Meditierens unglaublich hilfreich sein kann, wenn man ein kleines bisschen tiefer gehen will. Das Prinzip Nyasam - die achtsame Berührung - ist ein wahres Wundermittel, um echte Achtsamkeit, echte Selbstfürsorge und echte Verbindung herzustellen. Dich selbst zu berühren erschafft in dir noch stärker das Gefühl, dich selbst halten und AUShalten zu können. Wenn dir das gelingt, dann fällt es dir auch leicht, Achtsamkeit und Freundlichkeit im Alltag zu leben und in die Welt hinauszutragen.

 

Hier sind meine drei Favorites für heilsame Selbstberührung:

 

Hand aufs Herz

Mein absoluter unangefochtener Favorit! Wirkt nämlich sofort.

Nimm dir eine Minute Zeit, egal wo du gerade bist. Ob du sitzt, stehst oder liegst oder auf der Couch lümmelst. Schließ kurz deine Augen und lege deine    linke Hand auf deinen Herzraum. Mit Herzraum meinen wir im Yoga nicht das physische Herz, also nicht die linke Seite deiner Brust, sondern die Mitte deiner Brust. Lass deine Hand landen, wo sie landet. Allein mit dieser Geste bist du sofort verbunden. Spüre deine Hand, nimm die Wärme wahr, lass es pulsieren. Atme weich unter deine Hand. Nimm wahr, was in diesem Moment ist. Nimm wahr, was in dir gerade Aufmerksamkeit braucht.

 

ॐ Dein Hara spüren

Leg dich auf den Rücken, mach es dir warm, weich und bequem. Gerne kannst du die Beine aufstellen oder dich in Supta Baddha Konasana, den liegenden Schmetterling legen, indem du die Fußsohlen aneinander legst und deine Knie zu den Seiten sinken lässt.

Lege beide Hände auf deinen Unterbauch, also den Bereich unterhalb deines Bauchnabels. Hier liegt dein so genanntes Hara, dein Energiezentrum. Das Hara ist zuständig für Erdverbundenheit, Verwurzelung, Vertrauen und Lebenskraft. Du kannst einfach die Hände hier locker auflegen oder im Venusschloss verschließen, indem du alle 10 Finger ineinander verschränkst. Du wirst gleich merken, dass der Bereich deines Unterbauches dann ein bisschen mehr Widerstand durch deine Hände erfährt. Das ist ganz hilfreich um dich zu fokussieren.

Spüre deine Hände auf dem Bauch. Atme unter deine Hände. Bring dein ganzes Bewusstsein tief nach unten in dein Hara. 10 Atemzüge genügen, um dich wieder auszurichten und in deine Kraft zu kommen.

 

ॐ Umarme dich selbst

Mach diese kleine Übung auch im Liegen. Stell deine Füße mattenbreit auf und lass die Knie wie ein Dach zusammenfallen.

Schließe deine Augen. Dann leg deine linke Hand auf deine rechte Schulter und die rechte Hand auf die linke Schulter. Damit umarmst du dich selbst. Entspanne deine Schultern.

Bleibe ein paar sanfte weiche Atemzüge in dieser schönen Geste der Selbstfürsorge und des Trostes. Spüre, wie du dich selbst halten und tragen kannst.

 

STAY IN TOUCH!!!