· 

Yoga & Authentizität

Yoga macht authentisch

 

YOGA IS NOT GOING TO MAKE YOU GREAT.
YOGA IS GOING TO MAKE YOU YOU.
(Yogi Bhajan)
diesen Satz von Yogi Bhajan finde ich ganz ganz wichtig.
 
Worum geht es beim Yoga?
 
Yoga ist ein ganzheitlicher Übungsweg, der alle Bereiche deines Lebens umfasst.
Yoga berührt deinen Körper, deine Sinne, deinen Geist und deine Seele.
Wenn wir ein bisschen tiefer in die Yogaphilosophie eintauchen, können wir essentielle und sehr hilfreiche Anregungen finden,
wie wir unser Leben führen sollten, damit es für uns selbst und für alle, die mit uns sind, ein gutes, friedliches und harmonisches Leben ist.
 
Was wir uns mittlerweile gar nicht mehr so richtig vorstellen können, ist, dass der Weg des Yoga eigentlich ein Weg ohne Schnörkel, ohne Glamour, ohne Gedöns, Gepose und Getue ist.
Es ist eine ganz schlichte und pure Sache. Dabei vermittelt uns ein großer Teil der Yogaszene leider ein völlig schräges Bild von Yoga.
Wir sehen in erster Linie superjunge, superschlanke, superschöne modelartige Yoginis in knappen Outfits, die sich in spektakulären Posen vor großartigen Kulissen räkeln und verbiegen.
In vielen Yogaklassen geht es um Selbstoptimierung, um ewiges "FeelGood", das Ziel ist schlanker, fitter, schneller, leistungsfähiger und erfolgreicher werden. Das geschieht oft mit knallharten Bandagen und extrem dogmatischen Ansätzen.
Viel zu oft höre ich von Frauen, die sich nicht ins Yogastudio trauen, weil sie das Gefühl haben, den Vorgaben nicht zu entsprechen. Das geht von "ich kann da erst hin, wenn ich 5 Kilo abgenommen habe", über "meine Haare sind nicht frisch gewaschen, meine Zehennägel nicht lackiert..." bis zu "ich war gestern nicht beim Yoga, weil ich ein bisschen traurig und deprimiert war". Letzteres finde ich ganz besonders übel. Wo sonst sollen wir hingehen, wenn wir gerade ein bisschen durchhängen, als auf die Yogamatte? Es scheint in der Yogaszene wenig Platz zu geben für eher unschöne Gefühlszustände, für Unser "So-Sein", für Individualität, für Unperfektes, für Schiefes und Krummes. Schlechte Laune? Gibts hier nicht, wir sind alle gut drauf.
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Unsere Autenthizität geht mehr und mehr verloren im Yoga. In den letzten Jahren haben wir uns irgendwie alle gleichschalten lassen, viele von uns sind auf die selbe Welle gehüpft und schwimmen mit. Dabei kommen wir kaum zu Besinnung, um hinzuspüren, ob sich das wirklich gut anfühlt. Wir machen mit. Schwitzen, hetzen atemlos durch Vinyasas, lassen uns hart anfassen, manchmal regelrecht niedermachen, versuchen mitzuhalten, kaufen uns Leggings für 120 € .
Ihr Lieben, lasst uns dem was entgegensetzen. Lasst uns anfangen, uns rückzubesinnen auf das, worum es im Yoga geht, was Yoga ist.
Yoga soll dir dienen. Yoga soll dich tatsächlich zu dem Menschen werden lassen, der du bist. Yoga soll dir gut tun. Yoga ist liebevoll, achtsam, langsam und tief. Zum Yoga gehören Meditation und ein spirituelles Fundament. Yoga ist sehr viel mehr als nur Körperlichkeit. Fokussieren wir weiterhin immer mehr diesen Aspekt, so wird das eine seelenlose und ziemlich dröge Angelegenheit.
So erlaube dir, wenn du das nächste Mal auf der Matte bist, wirklich genau hinzuspüren. Fühlt es sich gut an? Fühlt es sich authentisch an? Übst du für dich oder für jemand anders? Traust du dich, nur 30% in die Angschlagstiefe zu gehen, weil du genau weißt, dass du am nächsten Tag Schmerzen haben wirst, wenn du auf 80 oder 100% gehst?
Yoga ist für dich. In dem Moment, da du auf die Matte gehst, bist du du selbst.
Wenn sich das anders anfühlt, hinterfrage, warum das so ist. Setz dich damit auseinander, so gibst du diesem wunderbaren Weg eine echte Chance.
Nur wenn wir die Essenz des Yoga wirklich schmecken, bleiben wir auch dabei und profitieren davon.
In diesem Sinne,
nimm dich ernst, bleib authentisch und achtsam.
Alles Liebe,
Margit