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7 Goldene Regeln - So wird deine Yogapraxis stimmig!

Kennst du das auch, dass du nach dem Yoga hin und wieder irgendwie das Gefühl hast, dass da etwas nicht ganz richtig gelaufen ist? Dass du dich eher erschöpfter, ausgelaugter oder gestresster und mehr unter Druck fühlst als zuvor? Und dass der Tag danach erst recht die Hölle ist, weil dir alles weh tut und du morgens nicht in die Höhe kommst, sondern dich wie ein nasser Sack aus dem Bett rollen musst?

 

Ich kenne das sehr gut aus den Jahren, in denen ich einfach "Yoga gemacht" habe, so wie es sich gehört (dachte ich!). Als ich Asanasequenzen duchgeübt habe, entweder zuhause oder in diversen Studios so wie sie mir gezeigt wurden, so wie alle sie gemacht haben. Dann bin ich durch Zufall bei einem Yogaweg gelandet, der grundsätzlich anders rangeht als so wie ich es kannte: mit Achtsamkeit, mit Liebe und Sanftheit. Ich hatte plötzlich das Geühl, dass die Yogalehrerin mich wirklich sieht und auch erkennt, welche Dinge im Üben sinnvoll und welche ein absolutes No-Go für mich sind.  Meine Schwärmereien über den Viniyoga kennt ihr mittlerweile ganz gut, hier ist der entsprechende Artikel dazu: https://www.lovelyspirit.de/2019/05/08/f%C3%BCr-wahre-rebellen-viniyoga/

 

Natürlich soll Yoga uns gut tun. Das ist ein bisschen diffus und nicht immer können wir klar erkennen, ob etwas wirklich gut tut oder nicht .

Manchmal denken wir (so wie ich damals), dass Yoga eben so ist und so zu sein hat. Dass es okay ist, wenn wir nach dem Yoga aufgewühlt sind oder unsere Beine so zittern, dass wir einen halben Tag lang nicht laufen können. Aber nein, so ist es nicht! Du kannst deiner inneren Stimme, deinem Gefühl hier sehr vertrauen. Yoga kann zwar bestimmte Themen und Empfindungen ans Licht bringen, aber es gibt ein paar Dinge, die beim Üben definitiv nicht passieren dürfen.

 

Um zu erkennen, ob du auf dem richtigen Weg bist, braucht es - gerade wenn du noch nicht so lange Yoga übst - etwas wie einen Kompass, eine Richtschnur, eine Ausrichtung, die deine intuitive Wahrnehmung schärft.

 

Hier möchte ich dir ein paar "goldene Regeln" vorstellen, die dafür sorgen, dass sich deine Yogapraxis gut anfühlt und mit denen du immer wieder erforschen kannst, ob das, was du übst, richtig und stimmig ist für dich.

 

Löse dich von der äußeren Form

Bevor du auf die Matte gehst, vergiss alle Bilder, die du von irgendwelchen Yogahaltungen im Kopf hast. Vergiss alles, was du je gesehen hast, vergiss die Vorstellung, dass du im herabschauenden Hund die Fersen zum Boden bringen oder in der Vorwärtsbeuge mit durchgestreckten Knien die Hände auf die Matte legen musst! Die äußere Form einer Haltung ist nicht wichtig. Jeder Körper ist anders. Eine achtsame Yogapraxis erkennt das an. Mach dir keine Sorgen: du verlierst nicht die Essenz einer Yogahaltung, wenn du sie an deine Bedürfnisse anpasst.

 

Bleibe bei dir

Ganz eng verbunden mit dem Lösen von der äußeren Form ist dieser Aspekt: auf der Yogamatte geht es nur um dich. Bleibe mit deiner Aufmerksamkeit bei dir. Übe nach innen gerichtet. Schaue dir keine Instagramprofile von Yogis an, die sich verrenken und wilde Posen auf mörderisch hohen Klippen zeigen. Gucke während der Yogaklassen nicht, was die anderen machen, schau auch so selten wie möglich deine Lehrerin an. Höre nur zu und mach einfach. Ein guter Lehrer korrigiert sanft und weist dich darauf hin, wenn die Form völlig aus den Fugen gerät.

 

Erdung

In jeder Yogahaltung brauchst du etwas Stabiles, etwas Tragendes. Du brauchst Halt unter dir. Egal, ob du auf einem oder zwei Beinen stehst, ob du liegst oder sitzt, du musst irgendwo gehalten sein und Erdung fühlen können.

 

Weite

Die Weite schafft gemeinsam mit der Erdung die Stimmigkeit in der Haltung. Jedes Asana hat in sich auch eine Qualität der Leichtigkeit, der Freiheit und Weite. Sehr selten üben wir ausschließlich mit dem Sog nach unten. Auch Yin Yoga Haltungen, bei denen du komplett sinken und loslassen darfst, bieten Ausdehnung und Raum über den Atem.

 

Atem

Hier sind wir bei der wichtigsten Komponente der Yogapraxis. Dein Atem ist dein inneres Fundament, deine Richtschnur, dein Taktstock. Egal, was du übst - der Atem muss frei fließen können, darf nicht ins Stocken geraten und nirgends blockieren. Wenn du das Gefühl hast, dass kein freies Atmen mehr möglich ist, korrigiere nach, werde langsamer oder mache eine Pause.

Bei dynamischen Vinyasas wie zum Beispiel dem Sonnengruß achte darauf, dass die ganze Zeit über die Nasenatmung weiter funktioniert. Es ist wunderbar, immer mal wieder bewusst durch den Mund auszuatmen. Wenn du aber merkst, dass du umstellen musst auf die Mundatmung, dann drossle dein Tempo.

 

Loslassen

Jedes Üben, jede Haltung muss in sich eine Möglichkeit des Loslassens bieten. Auch wenn du sehr dynamisch übst oder schwierige, herausfordernde Asanas machst, überprüfe immer wieder, ob du irgendwo loslassen kannst. Wenn du in der Yogahaltung wirklich nichts findest, was du entspannen kannst, wo du nachgeben kannst, dann passe sie an, ändere sie, lass dir mehr Zeit dafür.

 

Finde die Balance

Eine Yogapraxis sollte ausgewogen und stimmig sein. Finde deine persönliche Anschlagstiefe. Übe nicht nur das, was du kennst und magst, sondern wage dich immer mal wieder aus deiner Komfortzone heraus, damit du wachsen und deinen Horizont erweitern kannst. Genieße im Üben auch eine Qualität von Intensität, gerne auch von starker Dehnung. Du darfst schwitzen, du darfst ein bisschen zittern, wenn du Armbalancen übst, auch ein Muskelkater ist okay. Behalte aber immer im Bewusstsein, dass Yoga vor allem eine nach innen gerichtete Praxis ist und dich im Innern berühren soll. Wechsle die Intensität ab. Wenn du viel dynamisch geübt hast, schieb zwischendurch eine halbe Stunde Yin Yoga ein oder gönne dir einen Tag ohne Asanas und mache eine schöne Meditation.

 

Ich wünsche dir viel Freude und Inspiration auf der Matte!!!

 

Namasté