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Das Wagnis LIEBE - Yoga für ein offenes Herz

Vielleicht gehörst du zu den Menschen,

 

die Panik bekommen, wenn es ernst wird.

Vielleicht mischen sich auch bei dir, wenn du dich verliebst, eine neue Bindung eingehst oder sich eine länger bestehende Beziehung irgendwie intensiviert und in eine neue, tiefere Phase eintaucht, neben dem wunderbaren Glücksgefühl, Empfindungen von Angst, die Kontrolle zu verlieren, dich zu sehr hinzugeben, dich zu sehr einzulassen.

 

Keine Sorge: das macht dich längst noch nicht zum "Beziehungskrüppel" oder zum bindungsunfähigen Egoisten. Diese Empfindungen sind vollkommen normal und okay. Sie zeigen einfach, dass du verletzlich bist. Sie zeigen, dass es dir möglicherweise schwerfällt, loszulassen oder zu genießen.

Wir alle kennen immer weniger den Zustand vollkommener Zuversicht und Entspannung. Wir können uns nicht wirklich gut hineinfallen lassen und voller Vertrauen ein neues Abenteuer wagen, das so sehr unser Herz berührt. Dafür bewegen wir uns meistens viel zu sehr im Außen, funktionieren gut, halten die Kontrolle und haben alles im Griff.

 

Manchmal kommt aber jemand oder etwas einfach ganz überraschend und plötzlich in unser Leben gepurzelt und berührt uns tief im Inneren. Ganz radikal geschieht das spätestens, wenn du  Mutter oder Vater wirst. Kinder fordern gnadenlos alles, was dein Herz hergibt. Kinder brauchen ein Gegenüber mit echten, unverstellten Gefühlen, Emotion pur. Aber es gibt auch viele andere Situationen, in denen du der Liebe und Nähe nicht mehr ausweichen kannst - oder: nicht mehr ausweichen willst!

 

Hier ist ein kleines Yoga-Set, das wunderbar geeignet ist, wenn du deine Empfänglichkeit und Hingabe fördern und dein Herz öffnen möchtest. Es unterstützt dich dabei, die Kontrolle loszulassen und dich voller Vertrauen in emotionale Abenteuer zu stürzen.

 

 

Sethu Bhanda - Die Schulterbrücke

Die Schulterbrücke ist eine magische Haltung, die zwei Pole aufs Großartigste miteinander vereint: sie öffnet deinen Herzraum, schenkt dir Weite und Offenheit. Gleichzeitig hält sie dich ganz stabil verwurzelt auf der Erde. Hier kannst du erleben, wie du aus einem sicheren Fundament heraus weich und offen im Herzen wirst.

 

So kommst du in die Haltung:

Stelle in Rückenlage deine Füße etwa beckenbreit auf. Winkle deine Arme an, so dass die Fingerspitzen Richtung Himmel zeigen. Drücke sanft mit dem Hinterkopf und den Ellbogen gegen den Boden, sodass der Brustkorb sich leicht anhebt. Dann schiebe mit deinen Füßen kraftvoll gegen die Matte und hebe dein Becken an. Lege die Arme neben dem Körper ab oder verschränke deine Hände am Boden unter deinem Steißbein.

Halte den Fokus auf dem kraftvollen Fundament deiner Füße.

Erlaube, dass dein Herzraum weit und frei wird.

 

 

Der Schwan

Der Schwan ist eine Haltung aus dem Yin Yoga und intensiv hüftöffnend.

Hüftöffner brauchst du immer dann, wenn du etwas Festgehaltenes, etwas nicht Gefühltes, anschauen und lösen möchtest.

Im Schwan kommt noch der wunderschöne Aspekt der Hingabe hinzu.

 

Diese Übung will Zeit. Im Yin Yoga übst du passiv ohne Muskelanstrengung, ohne Ambition, ohne Kraft.

 

So kommst du in die Haltung:

Beginne im Vierfüßlerstand und stelle deinen rechten Fuß weiter vorne ab. Wandere mit dem Fuß weiter nach links und lege deinen Unterschenkel hinter deinen Händen ab. Strecke dein linkes Bein dann langsam nach hinten aus. Beginne nun, nach unten abzutauchen, indem du mit den Händen weiter nach vorne gehst und deine Unterarme ablegst. Lass den Kopf hängen oder lege ganz ab, bringe deine Stirn zu Boden.

 

Veweile für 1-3 Minuten in der Haltung.

Spüre immer wieder, an welcher Stelle du noch weicher und nachgiebiger werden kannst. Erlaube, dass du in die Form hineinschmilzt.

 

Varianten:

Entscheide selbst, welche Anschlagstiefe du im Schwan angenehm findest. Polstere dir gerne die rechte Gesäßhälfte mit einer gefalteten Decke unter. Wenn du zuviel Druck in der rechten Leiste spürst, dann ziehe deine Ferse dichter ans Schambein heran.

 

Supta Baddha Konasana - Der liegende Schmetterling

Der liegende Schmetterling ist eine hüftöffnende Haltung, die deinem Herzen auf sehr sanfte Weise Öffnung und Raum schenkt.

Du bekommst hier satte Erdung und bist über die Körperrückseite wunderbar getragen. Aus dieser Sicherheit kannst du deine Vorderseite vertrauensvoll öffnen.

 

So kommst du in die Haltung:

Lege dich auf deine Matte und stelle die Füße so auf, dass sich die Innenkanten berühren. Dann lass deine Knie zu beiden Seiten nach außen sinken, die Fußsohlen berühren sich.

Deine Hände können auf dem Bauch ruhen oder - für mehr Weite im Brustraum - öffne sie wie Flügel zu den Seiten.

 

Verweile bis zu 5 Minuten hier.

Dein Mantra in Supta Baddha Konasana ist: Ich bin getragen und traue mich, mein Herz zu öffnen.

 

Varianten:

Um Druck aus den Leisten und Hüftbeugern zu nehmen, bette deine Knie auf Yogablöcke

Eine phantastisch regenerative Variante der Haltung ist, den Rücken auf ein Yogabolster oder eine längs gerollte Decke abzulegen. Achte hier darauf, dass dein Kopf nicht zu weit nach hinten fällt. Nimm gerne unter den Kopf noch eine zusätzliche Erhöhung.

 

 

Metta-Meditation

 

Für den krönenden Abschluss dieser Mini-Sequenz eignet sich eine herzöffnende Meditation sehr gut.

 

Die Metta-Meditation verbindet dich mit deiner fühlenden Seite und lässt in dir liebevolle Akzeptanz und Mitgefühl entstehen.

 

Finde einen bequemen, aber aufrechten Sitz.

Entspanne deine Schultern und lass dein Gesicht ganz weich werden.

Der Atem fließt sanft und ruhig.

Verbinde dich jetzt mit deinem Herzraum. Vielleicht magst du dafür deine linke Hand auf die Mitte deiner Brust legen.

Lass deinen Blick nach innen liebevoll und wohlwollend werden.

Tauche ein in das Gefühl, geliebt und gehalten zu sein. Dabei hilft, dir eine Situation vorzustellen, in der du genau das gefühlt und erlebt hast:

Du bist geliebt und angenommen.

Beginne dann, dieses Gefühl nach außen zu verströmen.

Lass die Menschen, die dir wichtig sind, die du liebst, nah an dich herankommen.

Beschenke sie mit deiner Liebe, deinem Wohlwollen, deiner Freundlichkeit.

Dehne dieses Gefühl aus: beziehe Freunde, Kollegen, Bekannte mit ein.

Vielleicht magst du noch einen Schritt weiter gehen und dir vorstellen, dass du deine Liebe großzügig in deiner ganzen Stadt verteilst,

in deinem Land, in der ganzen Welt.....

Dann hole die Energie wieder zurück zu dir.

Nimm deinen Körper wahr, nimm deinen Atem wahr.

 

 

Ich wünsche dir viel Freude und Inspiration beim Üben!

ENJOY!