Was mir wichtig ist

Ich beobachte in der Yogaszene eine wilde Tendenz zu Verschwörungsmythen, Querdenkertum, eine irritierende Offenheit nach rechts und wachsende Unsolidarität.
Damit einher geht fast immer das für mich unterträgliche Phänomen des spiritual bypassing und toxischer Positivität. Alles niederdrücken, was nicht yogisch ist nicht spirituel, nicht vegan, nicht clean.
I DON`T LIKE THIS!!!
Diese krude Form der Spiritualität (die mit Spiritualität rein gar nichts zu tun hat) ist weit weg von mir, meinem Leben und meiner Herangehensweise.
Ich bin extrem müde von überheblichem esoterischen Getue, hinter dem sich meistens knallharte Ich-Bezogenheit und harte Aggression verstecken.
Und jetzt noch ein paar Worte zu meiner Sicht auf COVID-19:
Auch mich nervt die Pandemie kolossal.
Auch ich bin erschöpft, wütend und langsam durch.
Auch ich verstehe nicht alle Maßnahmen, die getroffen werden, um das Virus einzudämmen. Manche finde ich nicht wirklich sinnvoll, andere schon. Aber die Situation ist real. Mit einem Blick in die große weite Welt, mit einem Blick auf Indien, Brasilien usw. geht mir das Geschrei nach Freiheit hierzulande mächtig auf die Ketten.
Wir sind verdammt privilegiert. Um es mit den Worten eines indischen Arztes auszudrücken: "Even a lockdown can be a privileg if you have a home to retreat to."
Wissenschaftsfeindliche, undemokratische und zutiefst dogmatische Kräfte schlummern schon immer in der Community, aber die Pandemie, die uns nach nun mehr als einem Jahr ausgelaugt und erschöpft hat, bringt sie sehr deutlich ans Licht, weil sie von uns allen ein hohes Maß an Geduld, Solidarität und die Fähigkeit zur Reflexion erfordert. Da steigen manche (viel zu viele) halt doch irgendwann aus.

Mein spiritueller Weg ist erdverbunden, undogmatisch und lebensnah. Auch wenn (gerade weil!) ich jeden Tag auf meine Yogamatte hüpfe, halte ich mich weder für besonders noch für auserwählt. Ich glaube nicht, dass hinter der Krise ein großer diktatorischer Plan steht, den nur wenige (besonders erleuchtete) von uns durchschauen.

 
Ich lehne die derzeit in der Yogaszene so verbreiteten Formen von Realitätsverleugnung, Verschwörungsmythen und Sozialdarwinismus in aller Deutlichkeit ab.